Ungarn | 9. Tag
Von Kisvársáhely zur Burg Tátika
Wir konnten unsere frisch gewaschenen Sachen, die über Nacht getrocknet waren, einpacken und uns von der schönen kommunalen Unterkunft in Kisvársáhely verabschieden. Die Sprachbarriere beim Abschied konnten wir mithilfe eines Übersetzungstools überwinden. Anschließend gingen wir zur Stempelstelle, um unsere erste Tagesration an Stempeln einzusammeln. Zum Glück gibt es die großen blauen Stempelsymbole – mit ihnen gab es selten Schwierigkeiten, einen Stempelkasten zu finden, wenn wir ihn erst einmal aufgespürt hatten.
Unsere heutige Zwischenstation sollte Sümeg werden, eine kleine Stadt mit einem imposanten Burgberg, den wir schon von weitem erblickten, als wir uns durch die Ebene näherten. Langsam wurde uns diese flache Region vertraut, die immer wieder von Bergen und Hügeln unterbrochen wurde. Ich bemerkte erst später, dass die Strecken in unserem Stempelheft nach den einzelnen Gebirgen aufgeteilt sind, durch die wir uns jeweils bewegen. In Sümeg standen wir nun kurz davor, ins nächste Gebirge bei Keszthely und danach ins Bakony-Gebirge aufzubrechen – beide nördlich des Balatonsees gelegen. Ich dachte natürlich erst einmal nur daran, bald zum Plattensee zu kommen, um dort schwimmen zu gehen. Nichts wusste ich!
Sümeg
In Sümeg konnten wir uns am Bahnhof erfrischen, einen Kaffee trinken und etwas Kleines zu essen besorgen, ehe wir durch die Stadt weitergingen, um noch Wasser aufzufüllen und weiteren Proviant zu kaufen. In einem kleinen Einkaufsladen bekamen wir das Wichtigste. Wir wagten uns sogar an eine Bestellung in der Bäckerei – und es klappte. Was ich nicht fand, waren Haferflocken. Danach musste ich unterwegs noch länger suchen. Als wir später unsere Verpflegung besser im Griff hatten, kauften wir in großen Drogeriemärkten ein, wo es Müsli und Erdnussbutter gab, mit der wir gut durch den Tag kamen.
Als wir Sümeg verließen, wurde es heiß und für den Abend waren Gewitter angesagt. Da wir zelten wollten, war das keine gute Aussicht. Die klassischen Warnungen, wie Wandernde sich vor Gewittern schützen können, sind uns geläufig – und so dachten wir: Zelten auf einem Berg ist nicht so toll. Aber zelten in einer Burg auf einem Berg könnte gehen. Das haben wir dann auch gemacht. Es hat dann nicht gewittert, sondern nur leicht geregnet. Sicher ist sicher. Den Staub aus der Burgruine hatten wir den Rest des Weges auf dem Bodentuch unseres Zeltes und auf dem Rucksack. Schön wars!





