Ungarische Revolutionen
Wenigstens zweimal zerschlug die russische Armee den ungarischen Traum nach Freiheit. Einmal in Gestalt der sowjetischen Armee im Jahr 1956. Etwas über hundert Jahre zuvor beendeten schon einmal russische Soldaten eine revolutionäre Bewegung in Ungarn. Das war im Jahr 1849, als nach einem Jahr der revolutionären Bewegungen, Russland der Habsburgermonarchie zu Hilfe kam und die ungarische Nationalbewegung von 1848/49 beendete.
1848 brannte Europa. Zumindest strebte die Bevölkerung in den europäischen Monarchien nach mehr Freiheiten. Pressefreiheit, Abschaffung der Zensur, mehr Wahlrechte für die Bürger, auch ein gerechteres Steuersystem oder die Abschaffung von Frondiensten wurden gefordert. Im Februar kam es in Frankreich zu einer ersten revolutionären Bewegung, die in der Folge in Zentraleuropa weitere Proteste anfachte und zu den Revolutionen von 1848/49 führte.
Am 15. März 1848 ging es in Budapest los. Zwei Tage zuvor gab es revolutionäre Proteste in Wien, und dieses Moment wurde in Ungarn genutzt, um sich gegen die Habsburgermonarchie zu erheben. Es kam in Budapest an diesem Tag zu Demonstrationen und zur Verkündigung von politischen Forderungen. Im Verlauf dieser Proteste wurde das Lied “Nemzeti dal” (Nationallied) von Sándor Petőfi vorgetragen und wurde danach zur Hymne dieser nationalen Bewegung. Der 15. März ist heute einer von drei nationalen Feiertagen in Ungarn.
Der Name Sándor Petőfi begegnet einem so gut wie in jedem ungarischen Ort, wo Straßen, Denkmäler oder Schulen nach ihm und anderen Revolutionären von 1848 benannt sind. Neben Sándor Petőfi ist vor allem an Lajos Kossuth zu denken, der ebenfalls in der ungarischen Revolution von 1848/49 berühmt wurde. Kossuth konnte nach dem Scheitern der Revolution 1849 in die USA fliehen, Petőfi ereilte ein ungewisses Schicksal. Er starb, nur 26 Jahre alt, im Kampf gegen die russischen Truppen. Sein Leichnam wurde nicht mehr gefunden. Volles Potenzial für die Heldenverehrung.

Ein erstes Bild von ihm begegnete mir bewusst an der Straßenecke Kossuth Lajos utca/Petőfi Sándor utca in Sümeg. Auf dem Relief sind Sándor Petőfi und Sándor Kisfaludy abgebildet.
Kisfaludy ist ein älterer ungarischer Dichter gewesen und beide sollen sich in Sümeg begegnet sein.

Zu Kisfaludy gibt es vor Ort in Sümeg ein kleines Museum.