Ungarn | 47. Tag
Von Cserhátsurány nach Hollókő
Wir sind im Zelt aufgewacht, das wir am Abend vorher in einer Fahrgasse auf einer Wiese aufgebaut hatten. Die letzten Tage waren heiß und es dauerte eine Weile, bis wir uns am Abend vorher auf diesen Zeltplatz geeinigt hatten. Daher bauten wir unser Zelt im Dunkeln auf. Im Gras funkelten die Facettenaugen der Spinnen, die sich nicht groß an unserer Anwesenheit störten.
Morgens trocknete das Zelt schnell in der Sonne und wir brachen bald zum Frühstück nach Cserhátsurány auf. Dort füllten wir unsere Wasservorräte auf und kauften im örtlichen Coop etwas für das Frühstück, das wir auf dem Rastplatz im Dorf einnahmen.
Als wir unsere heutige Etappe von 22 km fortsetzten, kam noch eine neue Kuriosität zum Vorschein. Wir profitieren schon lange vom ungarischen Dörferprogramm, einer politischen Initiative, die unter anderem dafür sorgt, dass in den kleinen ländlichen Regionen, durch die sich der Országos Kéktúra zieht, lokale Einkaufsmöglichkeiten erhalten bleiben. In Ungarn gibt es ein Pfandsystem für Getränkedosen und -flaschen, aber nicht überall einen Pfandautomaten. Verpackungen können in den Coop-Läden abgegeben werden. Doch was passiert dann damit? Dann kommt der mobile Pfandautomat, in dem die Flaschen gesammelt werden. Siehe Bild.
Nach einem schönen Rückblick auf Cserhátsurány ging es wieder in die schattigen Wälder. Heute hatten wir nur mäßige Höhenmeter zu bewältigen. Der nächste Rastplatz war in Nógrádsipek. Der Ort war Anfang 2025 in den Nachrichten, weil in einem der landwirtschaftlichen Betriebe dort im Frühjahr ein Fall von Maul- und Klauenseuche aufgetreten war. Heute umgeht der Wanderweg den Betrieb.
Im Ort gab es einen hübschen Rastplatz mit komfortabler Grillmöglichkeit, Steckdosen, einem Automaten mit Knabbereien und einem Gästebuch. Der Coop war auch gerade noch geöffnet, sodass wir uns mit einer kleinen, kühlen Erfrischung versorgen konnten. Butterzopf, kalter Joghurt und ein alkoholfreies Radler.

Dann zogen wir weiter. Es blieb heiß. Später war die Abendsonne über der Landschaft überwältigend. Gegen acht Uhr erreichten wir unser Ziel, den Ort Hollókő. Der Ort ist eine UNESCO-Welterbestätte. Er besteht noch zu großen Teilen aus traditionellen Häusern, die als Ganzes eine Art Freilichtmuseum bilden. Das haben wir uns aber erst am nächsten Tag angesehen. Unser Ziel war ein kleiner Rastplatz in der Nähe der Burg. Bevor wir dort allerdings unser Zelt aufschlugen, steuerten wir noch die Burgbrunnenquelle, die Várkút-forrás, an. Dort konnten wir uns von Sonne und Staub befreien.



